Tag 1, 20.03.2010, von Kiel-Wellingdorf nach Rathjensdorf
Hamburg ab 6:20 Uhr, Kiel Hauptbahnhof an 7:36 Uhr. Vor dem Bahnhof
wartete schon der Bus der Linie 11 mit laufendem Motor, so dass ich
bereits um Punkt 8:00 Uhr in Wellingsdorf im Dauerregen stand und
Regenbekleidung und Rucksack zurechtrückte. Während des ganzen Tages
wurde der Regen nur manchmal durch Nieseln unterbrochen aber das war
so vorhergesagt und konnte meine Freude daran nicht trüben, endlich
wieder auf dem Euröpäischen Fernwanderweg E1 unterwegs zu sein.
Wasser gab es an diesem Tag nicht nur von oben, sondern fast immer auch
links und rechts des Weges, der entlang der Schwentine oder am Ufer
eines der vielen Seen entlangführte: Rosensee, Kirchsee in Preetz,
Lanker See, Scharsee, Wielener See, Kleiner Plöner See, Trammer See
und wohl noch ein paar kleinere, die ich bereits wieder vergessen
habe.
Die ersten beiden Drittel der Tagestour machen viel Spaß. Zunächst an
der im Regen dampfenden Schwentine entlang bis Preetz, in Preetz durch
die Klosteranlagen und auf dem Wochenmarkt Gelegenheit zum
Mittagessen, dann weiter auf schönen Wegen entlang der Seen. Ab dem
Wielener See ändert sich die Situation und der E1 führt viel über
Strassen mit nur kurzen Abstechern durch die Natur. Erst wenig vor
Rathjensdorf kann die Umgebung wieder begeistern, aber da bin ich
schon zu aufgebraucht, um das wirklich zu geniessen.
Mit 37km hatte ich mir für den ersten Tag etwas zu viel vorgenommen,
auch wenn das Gepäck deutlich leichter war, als im April letzten
Jahres, wo ich mit Zelt und Ausrüstung unterwegs war. Diesen Samstag
nahm ich Quartier im
Dörpskrog in Rathjensdorf.
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Tag 2, 21.03.2010, von Rathjensdorf nach Eutin
Nach ausgedehnter Nachtruhe und ausgedehntem Frühstück war ich ab 9:15
Uhr unterwegs Richtung Eutin über Plön und Malente. Das Wetter war an
diesem Sonntag deutlich freundlicher als am Vortag, trocken und ab
Mittag scheinte ausdauernd die Sonne. Wie am Vortag war diese Etappe
von der Schwentine und verschiedenen Seen geprägt. Im Durschnitt
wurden die Seen größer und wechselten nicht mehr ganz so häufig:
Trammer See, Großer Plöner See, Behler See, Diek See und schließlich
der Kellersee zwischen Malente und Eutin. Die Wege hier sind
durchgehend gut und touristengerecht ausgebaut, geeignet für Radtouren
oder als Rennstrecke für Waldwegperforierer. Von ausgedehnten
Strassenabschnitten wurde ich diesen Tag verschont.
Höepunkt des Tages war die Mittagspause in dem See-Cafe am Kellersee
hinter Malente. Ich ergattete enen Sonnenplatz auf der Terasse und
genoß es das erste mal in diesem Jahr, mich von der Sonne bescheinen
zu lassen. Und die dort serierten Fischbrötchen sind auch eine
ausdrückliche Empfehlung wert.
Der Weg um den Kellersee herum ist zwar schön, zog sich aber deutlich
mehr in die Länge, als ich mir das vorgestellt hatte. Und so erreichte
ich est gegen 17:30 Uhr mein Quartier in einer Pension in Malente. Für
das Abendessen schenkte ich dem Inder in der
Albert-Mahlstedt-Straße mein Vertrauen. Zwar war das Restaurant
gähnend leer, dafür waren die serveirten Teller um so
voller. Linsensuppe und Hühnercurry waren ein leckerer
Kalorienausgleich für die 30km des Tages.
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Tag 3, 22.03.2010, von Eutin nach Schönwalde
Am heutigen Tag stand nur eine See auf dem Programm. Gleich zum
Auftakt führte der Weg entlang des Ufers des Großen Eutiner Sees, vom
westlichen Ende in Eutin biszum Ostufer. Nach diesem schönen Teilstück
und dem daran anschließenden Weg durch den Eutiner Stadtforst geht das
dann wieder enmal sehr ausdauernd über asphaltierte Strassen. Immer
wenn die Tourenbeschreibung im Krause schweigsam wird, scheint das auf
Strassenabschnitte hinzudeuten.
Erst ab dem Abstecher hinauf zum Bungsberg und von der bis Schönwalde
gilt es wieder als Genußwanderung. Die Aussichtsplattform auf dem
Fernsehturm ist leider nicht zugänglich und auch der historische
Aussichtsturm auf dem berg ist verrammelt. Dennoch bieten sich von
diesem höchsten Berg Schleswig Holsteins schöne Aussichten und
Gelegenheiten für Panoramafotos. Die Mühen des nicht wirklich schweren
Aufstiegs sind also durchaus gerechtfertigt.
Nach 20km erreichte ich mein Tagesquartier das Landgasthaus in
Schönwalde, wo ich freundlich empfangen und gut verpflegt werde und wo
mir das ruhige Zimmer Gelegenheit zur ausgiebigen Regeneration bietet.
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Tag 4, 23.03.2010, von Schönwalde nach Neustadt
Dieser Tag hat mir wegen der Vielfalt der Landschaften, die
durchwandert werden, sehr gefallen. Wald und Wiesen, wellige
Moränenhügel und am Neustädter Binnenwasser kamen bei einer steifen
Briese maritime Gefühle auf. In einem Hohlweg, in dem die Sonne
eingefangen wurde, waren die Waldameisen nach dem langen Winter zum
Leben erwacht und alle paar Meter herrschte unglaubliches Gewimmel am
Wegesrand.
Mit 21km war die Etappe vergleichsweise kurz, so daß ich in Neustadt
ausreichend Zeit und Lust für eine Stadtbesichtigung hatte. Im Hotel
Hamburger Hof verbrachte ich eine ruhige Nacht, bereits schon wieder
die letzte auf diesem Frühjahrstrip.
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Tag 5, 24.03.2010, von Neustadt nach Bad Schwartau
Eine Etappe, die mir Gelegenheit bot, über die Motivation
nachzudenken, auf dem E1 durch Deutschland zu wandern. Jedenfalls sind
die Gründe vielschichtiger, als nur der Spaß an schönen Landschaften
und Naturerlebnissen. Dafür gibt es viele bessere Gegenden als die
zwischen Neustadt und Bad Schwartau in Schleswig Holstein.
Der Weg führte an diesem Tag durch das Industriegebiet von Neustadt,
dann entlang der Landstraße, etwas Feldweg, dann wieder Strasse,
Strasse, Strasse. Irgendwann stöpselte ich meinen MP3-Player in die
Ohren. Einige schhöne Abschnitte gab es aber auch, z.B. im Hobersdorfer
Gehege, wo ich, wie auch immer, vom Weg abkam. Falls also jemand
meinen GPS-Track zur Orientierung verwendet, sollte sie/er dort
aufmerksam sein. Von der Bismarcksäule auf dem Pariner Berg konnte ich
trotz der diesigen Verhältnisse Lübeck ausmachen. Und weil ich meinen
Fotoaparat unten am Rucksack vergessen hatte, habe ich den Turm gleich
zweimal bestiegen. Ok, es sind nur 12,82m, war also nicht so schlimm.
Das Schwartautal und der daran anschließende Weg über den bewaldeten
Berg, mit Blick auf das Tal, war dann noch ein schöner Abschluß für
meinen fünftägigen Wanderausflug. Nach 34km erreichte ich gegen 16:30
Uhr den Bahnhof in Bad Schwartau.
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Strecke: 142km
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